„„Diakonische Gemeinde ist Zukunft“

Vom 28. - 30. Mai fand der jährliche Gemeinschaftstag der Gemeinschaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen statt. Unter dem Titel „Diakonische Gemeinde ist Zukunft“ kamen Mitglieder aus verschiedenen Generationen und Arbeitsbereichen zusammen, um Gemeinschaft zu erleben, wichtige Entscheidungen zu treffen, geistliche Impulse aufzunehmen und miteinander Gottesdienst zu feiern.

In diesem Jahr wurden viele Weichen neu gestellt. Es wurde erörtert und abgewogen, vorgestellt und abgestimmt, verabschiedet und begrüßt, gesungen und gefeiert. Neben den offiziellen Programmpunkten hatte vor allem die persönliche Begegnung einen hohen Stellenwert. Viele nutzten die Gelegenheit, alte Kontakte zu pflegen, neue Verbindungen zu knüpfen und sich über die Entwicklungen in den unterschiedlichen Arbeitsfeldern auszutauschen.

Diakonische Gemeinde als Ort der Freude am Evangelium

Den inhaltlichen Schwerpunkt setzte Dr. Felix Eiffler, Leiter der Forschungsstelle Missionale Kirchen- und Gemeindeentwicklung in Halle. Als Hauptreferent nahm er die Teilnehmenden mit hinein in die Frage, was die Gewissheit „Diakonische Gemeinde ist Zukunft“ für unser Selbstverständnis, unser Miteinander und unseren Auftrag bedeutet.

Dabei stellte er grundlegende Fragen: Was glauben wir wirklich, wenn wir diesen Satz aussprechen? Wie verändert dieser Glaube unser Handeln? Und wie werden unsere Gemeinden und Gemeinschaften zu Orten der Freude am Evangelium?

Ein Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch seinen Vortrag: „Alles ist in Beziehung.“ Kirche, Gemeinschaft und Diakonie leben von Beziehungen – zu Gott, zu den Menschen und zueinander. Diese Beziehungen zu pflegen und zu gestalten, ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Menschen Glauben als etwas Lebendiges und Hoffnungsvolles erfahren.

Der Vortrag endete mit einer offenen Gesprächsrunde. Zahlreiche Fragen, Anmerkungen und persönliche Standpunkte wurden eingebracht. Gleichzeitig wurde deutlich, wie sehr die Gedanken des Referenten die Teilnehmenden angesprochen hatten. Viel Lob und große Wertschätzung begleiteten den Abschluss des gemeinsamen Nachdenkens.

„„Willst du mit mir gehen?“ – Begegnungen beim Walk and Talk

Im Anschluss an den Vortrag wurde es persönlich. Unter dem internen Titel mit einem Augenzwinkern „Willst du mit mir gehen?“ fanden sich Diakoninnen und Diakone in Zweiergruppen zusammen, um beim „Walk and Talk“ miteinander ins Gespräch zu kommen.

Anhand verschiedener Gesprächsimpulse tauschten sie sich über ihren Glauben, ihren Dienst und ihre persönlichen Erfahrungen aus. Fragen wie „Was sind meine Orte und Quellen der Freude am Evangelium?“ oder „Wer hat mir zuletzt einen Dienst erwiesen?“ eröffneten Raum für ehrliche Gespräche und neue Perspektiven.

Die Erfahrung zeigte einmal mehr, wie wertvoll solche Begegnungen sind. Gemeinschaft entsteht nicht allein durch gemeinsame Veranstaltungen, sondern vor allem dort, wo Menschen einander zuhören, Erfahrungen teilen und sich gegenseitig ermutigen.

Kirche in Litauen – Hoffnung und Verantwortung

Ein besonderer Programmpunkt war der Praxisbericht „Kirche in Litauen“ von Pfarrer Virginijus Kelertas. Begleitet von zahlreichen Fotos aus seiner Heimat berichtete er eindrucksvoll über die Entwicklung dieser kleinen evangelischen Kirchgemeinde in Sakiai/ Litauen nach dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere während der vergangenen drei Jahrzehnte.

Mit bewegenden Worten schilderte er die große Aufbauarbeit, die nach den Jahren der sowjetischen Herrschaft geleistet werden musste. Dabei wurde deutlich, wie eng die Beziehungen zu sächsischen Gemeinden und Unterstützern über viele Jahre hinweg gewachsen sind. Zahlreiche Projekte konnten durch diese Verbundenheit verwirklicht werden.

Trotz vieler regionaler Herausforderungen entstanden mehrere Wohngruppen für Kinder, Einrichtungen der Behindertenhilfe und weitere soziale Angebote. Vieles von dem, was heute selbstverständlich erscheint, musste über Jahre hinweg mit großem Einsatz aufgebaut werden.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die politische Lage in Europa auch in Litauen spürbar ist. Die russische Grenze liegt nur wenige Kilometer entfernt. Die Sorge, dass das Erreichte durch politische Entwicklungen bedroht werden könnte, begleitet viele Menschen im Alltag.

Die Gemeinschaft dankt ihm für diesen bewegenden Einblick und wünscht ihm, seiner Familie und der Gemeinde in Litauen weiterhin Gottes Segen, Kraft und eine Zukunft in Frieden.

Entscheidungen für die Zukunft der Gemeinschaft

Der Samstagvormittag stand im Zeichen wichtiger Beratungen und Entscheidungen. In Mitgliederversammlung und Großem Konvent wurden verschiedene Themen vorgestellt, diskutiert und eine Satzungsänderung beschlossen.

Dabei ging es unter anderem um Fragen der zukünftigen Ausrichtung und Organisation der Gemeinschaft. Die Beratungen machten deutlich, dass die Gemeinschaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen bereit ist, sich den Herausforderungen der Gegenwart zu stellen und gleichzeitig ihre geistlichen Wurzeln zu bewahren. Als Teil des Schutzkonzepts des Diakonenhaus Moritzburg wurde das Konzept der Kultur der Achtsamkeit nach einem zweijährigen Prozess beschlossen.

Den Höhepunkt des Vormittags bildete die Wahl der neuen Gemeinschaftsältesten.

Magdalena Adler zur Gemeinschaftsältesten gewählt

Für das Amt kandidierten Magdalena Adler und Susanne Stief. Zwei beeindruckende Frauen, die sich mit Herz, Glauben und großer Leidenschaft für die Gemeinschaft und ihre Zukunft zur Verfügung stellten.

In ihrer Vorstellung machten beide deutlich, wie sehr ihnen die Gemeinschaft am Herzen liegt und welche Perspektiven sie für deren weitere Entwicklung sehen. Die Wahl wurde von großem Respekt und gegenseitiger Wertschätzung geprägt.

Nach zwei Wahlgängen entschied sich die Mehrheit der Wahlberechtigten für Magdalena Adler. Mit ihrer Wahl schreibt die Gemeinschaft ein Stück Geschichte: Sie ist nicht nur die erste Frau in diesem Amt, sondern zugleich die jüngste Gemeinschaftsälteste der Gemeinschaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen.

Wir gratulieren Magdalena Adler herzlich zu ihrer Wahl und wünschen ihr Gottes reichen Segen für ihren Dienst.

Einsegnung neuer Diakoninnen und Diakone

Den feierlichen Abschluss des Gemeinschaftstages bildete wie in jedem Jahr der Einsegnungsgottesdienst. Musikalisch wurde dieser von der Moritzburger Klangschale unter der Leitung von Jens Seipolt gestaltet.

In diesem Jahr wurden Heidi Klinger, Kerstin Dünker-Nestler und Jonathan Gropp in ihren Dienst eingesegnet. Mit ihrer Einsegnung beginnt ein neuer Abschnitt ihres Weges als Diakoninnen und Diakone. Die Gemeinschaft begleitet sie dabei mit ihren Gebeten und guten Wünschen.

Dank für zehn Jahre im Amt

Gleichzeitig wurde der amtierende Gemeinschaftsälteste Friedemann Beyer nach zehn Jahren aus seinem Amt entpflichtet.

In zahlreichen Dankesworten wurde sein engagierter Dienst gewürdigt. Viele erinnerten an seine erfrischende Art, seine geistlichen Impulse und sein energiereiches Engagement für die Gemeinschaft. Besonders hervorgehoben wurden seine Beiträge zum Zukunftsprozess „Besinnung und Erneuerung der Gemeinschaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen“, die Begleitung des Jubiläums zum 150-jährigen Bestehen des Ev.-Luth. Diakonenhauses Moritzburg e. V. sowie die Pflege der Beziehungen zu den Partnergemeinschaften der Rummelsberger Diakonie, der Karlshöhe Ludwigsburg und der evangelischen Kirche in Papua-Neuguinea.

Der Abschied fiel vielen nicht leicht. Umso größer war die Freude darüber, dass Friedemann Beyer dem Diakonenhaus Moritzburg weiterhin als Brüderhausleiter erhalten bleibt.

„„Siehe, ich mache alles neu!“

Der Gemeinschaftstag 2026 stand ganz im Zeichen der Jahreslosung: „Siehe, ich mache alles neu!“

In vielen Programmpunkten wurde sichtbar, was dieser Satz für die Gemeinschaft bedeutet: Neuentwicklung, Neuausrichtung und Neubesetzung, ohne dabei die eigenen Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Seit inzwischen 154 Jahren wächst die Gemeinschaft Moritzburger Diakone und Diakoninnen auf diesem Fundament und gestaltet ihren Auftrag in Kirche und Gesellschaft immer wieder neu.

So blicken die Teilnehmenden dankbar auf ein erfülltes Wochenende zurück – mit vielen Begegnungen, wichtigen Entscheidungen und der Gewissheit, dass Gemeinschaft dort Zukunft hat, wo Menschen ihren Glauben teilen, Verantwortung übernehmen und sich gemeinsam auf den Weg machen.

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